Rechtliches zum Einsatz von Pflanzenschutzmittel im     Privatgarten

 

 Pfeile Gif 8737   Wichtig siehe unter Bundesamt für Umweltschutz !! 

 

Im Hobbygarten dürfen nur Pflanzenschutzmittel ausgebracht werden, die für nicht-berufliche Anwender zugelassen und entsprechend gekennzeichnet sind. Maßnahmen wie die Verwendung von Pflanzenschutzmitteln von geringer Giftigkeit, gebrauchsfertige Anwendungsformen und Begrenzungen der Größe von Behältern oder Verpackungen sollen dazu beitragen, Risiken für Mensch, Tier und Umwelt gering zu halten.

 

Deswegen;  Nützlinge gegen Schädlinge einsetzen !

Natürliche Gegenspieler von Pflanzenschädlingen werden Nützlinge oder Nutzorganismen genannt. Bei uns heimische Nützlinge sind beispielsweise Florfliegen, Schwebfliegen, Laufkäfer, Marienkäfer, Schlupfwespen etc. Sie ernähren sich von Blattläusen u. a. Schädlingen oder sie parasitieren sie (es gibt z. B. Schlupfwespen, die Blattläuse parasitieren und dadurch von innen abtöten). Es lohnt sich, Nützlinge und Schädlinge im Garten unterscheiden zu lernen, denn nicht alles was krabbelt, ist ein Pflanzenschädling und wer die heimischen Nützlinge, die natürlichen Gegenspieler unserer Gartenschädlinge, fördert, spart sich eine Menge Probleme im Garten.


Bekannte Nützlinge



Mit dem Begriff - Blattlauslöwe - werden verschiedene Larven der Netzflügler (z.B. Florfliege und Taghafte) bezeichnet. Alle Larven dieser Insekten zeichnen sich durch einen grossen Appetit auf Blattläuse aus. Sie sind mit grossen zu Zangen ausgebildeten Mundwerkzeugen ausgestatten, mit denen sie die Blattläuse ergreifen und aussaugen. Während ihrer Entwicklungszeit häuten sie sich mehrmals. Im jungen Larvenzustand tarnen sich die Blattlauslöwen der Florfliege mit ausgesaugten Blattlausresten, welche sie auf ihren Rückenborsten befestigen und  mit sich transportieren.


Für den Gärtner ist der Marienkäfer also tatsächlich ein echter Glückskäfer. Auf den Einsatz der Giftspritze kann man daher getrost verzichten. Chemische Gifte schädigen zudem häufig auch die natürlichen Verbündeten des Gärtners, entweder direkt oder durch Entzug ihrer Nahrungsgrundlage. Ein gewisser Besatz an Läusen ist nicht nur völlig normal, sondern für das Überleben der Marienkäfer auch geradezu notwendig und sollte daher toleriert werden. Wer sich nicht alleine auf die Nützlinge im Garten verlassen will, der kann mit Tees, Brühen und Aufgüssen die Pflanzen in seinem Garten vorbeugend stärken, aber auch mit natürlichen Spritzmitteln den Läusen zu Leibe rücken. So wirken beispielsweise Rhabarber- oder Rainfarnbrühe gegen Läuse.

Mancherorts ist der Harlekin bereits häufiger als die einheimischen Marienkäfer. Der Harlekin frisst nicht nur Blattläuse, sondern auch Gallmückenlarven, Larven konkurrierender Marienkäferarten und viele andere Insekten. Die sechs Millimeter großen, schwarz gepunkteten Käfer können von fast völlig orangerot bis fast völlig schwarz gefärbt sein. Die meisten Exemplare haben insgesamt neunzehn schwarze Punkte auf den Flügeldecken. Ihre hohe Zeit haben Marienkäfer wie die meisten Insekten im warmen Sommer, wird es Herbst, suchen sie nach geeigneten Winterquartieren. Oft in Massenansammlungen von mehr als hundert Tieren überdauern die Käfer in einer Winterstarre die unfreundliche Jahreszeit. Als Unterschlupf dienen Laubhaufen im Garten ebenso wie modrige Baumstümpfe oder Spalten in Mauern und im Dachboden. Damit sie den Winter überstehen,


Der Ohrwurm und seine Larven verspeisen Schädlinge wie Blatt- und Blutläuse, Spinnmilben, Insekteneier und kleine Insekten. Ein ausgewachsener Ohrwurm kann in einer Nacht 120 Blattläuse fressen.  Der Gemeine Ohrwurm (Forficula auricularia) ist ein bräunliches, glänzendes und sehr wendiges Insekt mit großen Zangen am Hinterleib. Entgegen weit verbreiteter Befürchtungen kneift er nicht in Ohren, sondern ist für den Menschen völlig ungefährlich. Seine Zangen verwendet er zum Beutefang. Das Tier ist nachtaktiv und überwintert als ausgewachsenes Insekt in Erdverstecken. Bis zu 100 Eier werden im Frühjahr in selbst gebaute Erdröhren gelegt. Die Eier und Larven werden von den Weibchen versorgt. Pro Jahr gibt es nur eine Generation.    Lebensraum: Der Ohrwurm lebt tagsüber im Verborgenen. Er hält sich in Laub- und Reisighaufen , unter Steinen oder in Zwischenräumen von Mauern wie auf.

Als zusätzlicher Lebensraum für den Ohrwurm eignet sich ein selbst gebauter „Ohrwurmtopf“


 Schwebfliegen  legen ihre Eier in die Nähe der Futterquellen der Larven ab. Die Weibchen besitzen bei der Eiablage ein sehr ausgeprägtes Suchverhalten, was die Kolonien von Blattläusen betrifft. Weibliche Schwebfliegen legen zwischen 50 und 100 Eier ab. Aus ihnen entwickeln sich anschließend die räuberisch lebenden Larven.

Die räuberisch lebenden Larven hingegen leben vor allem von Blut- und Blattläusen. Bis zu ihrer Verpuppung saugen sie mehrere hundert Läuse aus. Aus diesem Grund kommen die jungen Schwebfliegen gezielt als Nützlinge im Garten  zum Einsatz.
Da Schwebfliegen zu den ersten räuberisch lebenden Insekten im Frühjahr zählen, können sie schon sehr frühzeitig gegen Läuse wie beispielsweise die Apfelgraslaus (Rhopalosiphum insertum) eingesetzt werden. Später im Jahr helfen die Nützlinge bei der Regulierung von wirtschaftlich bedeutenden Blattlausarten wie der Mehligen Apfelblattlaus (Dysaphis plantaginea) oder der Apfelfaltenlaus (Dysaphis spec.).


Wer Schlupfwespen (Ichneumonidae) in seinem Garten sichtet, hat einen starken Verbündeten bei der Bekämpfung vieler Schädlinge. Daher solle man diesen kleinen natürlichen Parasitenbekämpfer stets willkommen heißen.

Schlupfwespen im Garten als natürliche Schädlingsbekämpfer.

Mit Hilfe von Schlupfwespen lassen sich u.a. Weiße Fliegen, ApfelwicklerKohlweißlinge und Blattläuse bekämpfen. Aber auch im Haus oder der Wohnung können Schlupfwespen eingesetzt werden, um bspw. Kleidermotten, sowie Lebensmittelmotten zu bekämpfen.


weniger bekannte Nützlinge

Der Tigerschnegel ist in Mitteleuropa verbreitet, trotzdem kennen ihn nur relativ wenige Menschen. Der Hauptgrund ist, dass diese Art fast nur nachts unterwegs ist. Diese Schnecke beeindruckt nicht nur durch ihre Größe und ihr Aussehen, sondern auch durch ihr spezielles Fortpflanzungsverhalten. Bezüglich ihres Aussehens scheiden sich die Geister. Dass große Nacktschnecken hier nicht so beliebt – eher verhasst – sind, liegt wohl an dem massenhaften Auftreten der Spanischen Wegschnecke. Diese eingeschleppte Art hat leider nur wenige Feinde. Einer davon ist jedenfalls der Tigerschnegel. Er erbeutet zwar selten die ausgewachsenen Tiere, frisst aber gerne Eier und auch Jungtiere der ungeliebten Wegschnecke.

Der Tigerschnegel erreicht eine Länge von etwa 20 cm und gehört deshalb zu den größten Schnecken Europas. Bis vor einigen Jahren wurde er als eine Spezies, Limax maximus, geführt. Anatomische und genetische Untersuchungen haben jedoch gezeigt, dass es sich dabei nicht um eine Art sondern um einen ganzen Artenkomplex handelt. Die Färbung kann stark variieren, die Grundfarbe ist zwischen hellgrau und hellbraun, selten findet man fast weiße Tiere. An der Rückenseite haben sie dunkle Flecken, die manchmal zu Streifen verlängert sind. Der Körper ist langgestreckt und im hinteren Drittel mit einem Kiel versehen. Hier ist der Körperquerschnitt nicht rund, sondern läuft spitz nach oben. Im vorderen Bereich findet man im Inneren einen kleinen Rest einer Kalkschale mit etwa 5 mm Länge.

 


Laufkäfer Die Larven der Laufkäfer ernähren sich von Asseln, Drahtwürmern, Eulenfaltern, Kartoffelkäfern, Raupen, kleinen Schnecken, Schneckeneiern, Schwammspinnern und Wiesenschnakenlarven. Um die Beutetiere aussaugen zu können, spritzen sie den Tieren einen Verdauungssaft ein. Tagsüber verstecken sich die meisten Laufkäferarten (Carabidae). Sie kommen erst in der Dämmerung hervor um auf Beutefang zu gehen.

Nehmen die Schädlinge überhand, wandern die Laufkäfer schnell in die Beete ein. Gefährdet werden sie vor allem durch Insektizide. Auch Bierfallen werden den Schneckenjägern zum Verhängnis und sollten immer mindestens 1 cm aus dem Boden ragen.